Das Ziel der Chartanalyse ist es, Trends zu identifizieren und Trendwenden frühzeitig aufzuspüren. Im allgemeinen Sinn ist ein Trend einfach gesagt die Richtung des Marktes, in der er sich bewegt.
Märkte bewegen sich jedoch nicht generell gradlinig in eine bestimmte Richtung, sondern in einer Serie von Zacken. Diese Zacken gleichen einer Reihe aufeinander folgender Wellen mit Gipfeln und Tälern. Ein Trend ergibt sich, wenn man im Chart mindestens 2 nicht zu eng beieinander liegende Extremwerte mit einer Linie verbindet. Extremwerte sind dabei entsprechende Hochs oder Tiefs. Je öfters die so entstandene Linie dem Kurs ein Widerstands- oder Unterstützungsniveau bietet, desto bedeutsamer und wichtiger wird die “Trendlinie”. Mit Hilfe von Trendlinien kann die künftige Kursentwicklung prognostiziert werden. Trends halten leider nie ewig und jeder Trend wird natürlich irgendwann einmal gebrochen. Nichts desto trotz sind Trends ein wesentliches Kriterium für die Chartanalyse.
3.1 Trendarten
- Aufwärtstrends – Abwärtstrends – Seitwärtstrends
Aufwärtstrend:
Man verbindet die Tiefpunkte mit Hilfe einer Linie und erhält so eine steigende Trendlinie, die Aufwärtstrendlinie. Idealerweise sollten zwischen den aufsteigenden Tiefpunkten T1, T2, T3 usw. Zwischenhochs RH1 und RH2 usw. (RH = Relatives Hoch) liegen. Optimalerweise übertrifft dabei das nächste relative Hoch (hier RH2) das letzte relative Hoch RH1. Mit jedem erfolgreichen Test der Aufwärtstrendlinie und anschließendem abdrehen wird der Trend bestätigt und gewinnt an Aussagekraft. Je mehr Berührungspunkte die Trendlinie also besitzt, umso bedeutsamer wird sie.
Man verbindet hier die Hochpunkte mit der Linie und erhält so die Abwärtstrendlinie. Auch hier sollten zwischen den absteigenden Hochpunkten H1, H2, H3 usw. Zwischentiefs RT1 und RT2 usw. (RT = Relatives Tief) liegen. Optimalerweise unterschreitet dabei das nächste relative Tief (hier RT2) das letzte relative Tief RT1. Auch bei der Abwärtstrendlinie gilt – je mehr Berührungspunkte mit der Trendlinie vorhanden sind, desto nachhaltiger ist der Trend.
Seitwärtstrend:
Ein Seitwärtstrend ist oftmals Zeichnen einer Konsolidierung und tritt deshalb häufig nach einem Auf- oder Abwärtstrend auf. In Seitwärtstrendphasen kommt es zu einem Kräftemessen zwischen den Bullen und Bären, also denen die auf steigende bzw. fallende Kurse setzen. Setzt sich eine Gruppe durch und der Seitwärtstrend wird durchbrochen kommt es mitunter kurzfristig zu starken Kursbewegungen in Ausbruchsrichtung
Die oben genannten Trendphasen treten nicht nur isoliert auf, sondern wechseln sich natürlich auch permanent ab. So kann sich z.B. nach einem Abwärtstrend ein Seitwärtstrend ergeben, und es kann danach zu einem Aufwärtstrend kommen.
3.2 Übergeordnete und untergeordnete Trends
Man spricht hier von: 1. Primärtrend (langfristiger und übergeordneter Trend) 2. Sekundärtrend (mittelfristiger Trend) 3. Tertiärtrend (kurzfristiger Trend) Theoretisch könnte man die Zahl der Untertrends natürlich noch erweitern. Der wichtigste und nachhaltigste Trend ist immer der Primärtrend. Das nachfolgende Schaubild soll unter und übergeordnete Trendphasen darstellen.
Man nennt diese Kursniveaus auch Widerstand und Unterstützung. Kurse werden wie magisch davon angezogen und prallen dann doch daran ab. Im Prinzip ist jede Trendlinie, egal ob Seitwärts-, Aufwärts- oder Abwärtstrend ein Widerstand bzw. Unterstützung. Auch hier gilt, je öfter diese Punkte erreicht und nicht überwunden werden, desto wichtiger und nachhaltiger werden sie. Widerstand- und Unterstützungsbereiche zählen ebenfalls zu den wichtigsten Instrumenten der Technischen Analyse. Treffen sich mehrere unterschiedliche Trendlinien, kommt es zu so genannten Kreuzwiderständen/ -unterstützungen. An diesen Niveaus ist der Widerstand bzw. die Unterstützung besonders stark und die Fortsetzung des Primärtrends sehr wahrscheinlich. Kreuzwiderstände/-unterstützungen können interessante Einstiegsniveaus darstellen.
3.3 Ein- und Ausstieg mit Hilfe von Trendlinien
Wie bereits dargestellt entsteht ein Trend durch das Verbinden zweier Extremwerte mit Hilfe einer Linie. Je öfter diese Linie, die auch in die Zukunft weitergezeichnet wird, durch den Kurs berührt wird, desto nachhaltiger ist der Trend. Mögliche Einstiegspunkte bei Trends sind:
Wie Sie an diesem Beispiel erkennen können hätten sich an den jeweiligen Punkten 3 bzw. 4 gute Einstiegssignale ergeben.
Deshalb ist der Ausstieg wichtiger als der Einstieg. Anhand von Trendlinien und Trendkanälen sind Sie in der Lage frühzeitig Ausstiegssignale zu definieren. Mögliche Ausstiegspunkte bei Trends sind:
Deshalb ergeben sich bei einem Bruch des Trends mögliche Ausstiegspunkte. Trendlinien bieten für Sie auch optimale Niveaus um Stop-Aufträge zu platzieren und sich so abzusichern.
Ein Trendkanal entsteht, wenn von der jeweiligen Trendlinie eine Parallele gebildet wird. Der Abstand zwischen der Trendlinie und der Parallellinie ergibt sich bei einem Aufwärtstrend aus dem ersten relativen Hoch und bei einem Abwärtstrend aus dem ersten relativen Tief. Mit Hilfe von Trendkanälen lassen sich mögliche Niveaus für Limitaufträge ablesen um aus Positionen auszusteigen.











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